Glos will Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit verpflichten

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos will Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit verpflichten. Sein Ministerium entwickelt derzeit ein Kombilohn-Modell, das eine solche Maßnahme vorsieht. «Jeder Bezieher von Hartz IV soll künftig eine Gegenleistung erbringen», sagte Glos (CSU) in einem am Samstag veröffentlichten «Spiegel»-Interview. Die SPD lehnte den Vorschlag ab, die FDP unterstützte ihn. Ziel des Modells aus dem Wirtschaftsministerium ist es, dass jeder seinen Lebensunterhalt mit einem regulären Job bestreiten kann. Wenn das Einkommen nicht reicht, soll es einen staatlichen Zuschuss geben. Diejenigen, die keinen Job finden, erhalten die Grundsicherung, die derzeit mit den Zuschüssen für Wohnen und Heizen bei etwa 630 Euro liegt. Dafür müssen sie aber eine Gegenleistung erbringen. «Das kann nur in solchen Bereichen sein, in denen Arbeit heute in Deutschland nicht erledigt wird», sagte Glos. Organisiert werden müsste das Programm auf kommunaler Ebene. «Es geht darum, die Leute zu aktivieren», betonte der Wirtschaftsminister. Seine Hoffnung sei, dass niedrig bezahlte Tätigkeiten wieder attraktiver werden. «Die Leute werden sich sagen: Wenn ich auch für das Arbeitslosengeld II etwas tun muss, dann kann ich auch gleich einen Job annehmen, selbst wenn der nur ein bisschen besser bezahlt ist.» Glos sagte, Studien zufolge wären 300.000 öffentliche Jobs notwendig, um dieses Modell zu realisieren. «Ich bin zuversichtlich, dass dann gleichzeitig wieder mehr reguläre Beschäftigung im Niedriglohnsektor geschaffen wird, gerade jetzt im Aufschwung.»