550 Euro Brutto sind doch nicht sittenwidrig - oder doch ?

Davon geht zumindest das Thüringer Sozialministerium aus, welche dies als orts- und branchenüblichen Mindestlohn ansehen, denn dieser wurde von den Tarifpartnern im Jahre 1995 vereinbart und ist bis heute für allgemein verbindlich erklärt worden.

Gerade jetzt in der Debatte um Mindestlöhne, sollte genau abgewogen werden, was denn noch als sittenwidrig angesehen werden kann und wann der Hohn schon aus den Lohntüten gesprungen kommt.

Und so plagen sich die Friseurinnen 40 Stunden in der Woche und haben am Ende 511 Euro brutto mit nach Hause getragen, denn 511 Euro, oder anders gesagt 3,18 Euro in der Stunde, ist der unterste Tariflohn für die gesamte Branche in dem Bundesland.

Sozial ist was Arbeit schafft - war der Kampfspruch zur Wahl, allerdings schaffen es die Frisörinnen immer weniger, noch sozial zu bleiben, da aus Berlin neben dem “Gerede” keine sofortigen Besserungen zu erwarten sind.